Im Juli 2006 haben wir
zum ersten Mal südamerikanischen Boden betreten. Peru und seine Menschen
haben einen tiefen Eindruck auf uns hinterlassen. Um alle Bilder und
Begebenheiten zu verarbeiten, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Wir haben
ein Land voller Kontraste kennen lernen dürfen.
Landschaftlich ist Peru - von Wüstenregionen über
Urwalddickicht bis hin zu Bergriesen von über 6000m Höhe - einfach
überwältigend. Spuren jahrtausendealter Kulturen begegneten uns vielerorts,
aber auch bittere Armut. Mütter mit vielen kleinen Kindern auf der Straße
sitzend, Schuhputzjungen und Kinder mit 3 bis 4 Bonbons in der Tüte, die sie
versuchen zu verkaufen...
Von diesen täglichen Bildern doch sehr geprägt, fanden wir es als Bereicherung, uns an 2 Tagen von den Sozialprojekten "viventuras", unserem Reiseveranstalters, vor Ort überzeugen zu können. Wir besuchten unter anderem zwei Kindergärten in den ärmsten Stadtteilen Arequipas, brachten Mandarinen mit, spielten mit den „niños“ und hatten jede Menge Spaß. Da fiel der Abschied richtig schwer... Anschließend besuchten wir noch eine Großküche und lieferten Reis sowie einige andere Nahrungsmittel für die nächste Woche ab. Auch hier konnten wir uns mit eigenen Augen von der Wichtigkeit von „viSozial“ überzeugen.
Unvergessen bleibt auch unser Aufenthalt bei Gastfamilien in Santa Maria auf der Halbinsel Capachica im Titicacasee. In einer liebevoll geschmückten Lehmhütte verbrachten wir mit zahlreichen Teelichtern und mehreren dicken Decken eine aufregende Nacht bei Temperaturen an die 0°C. Zuvor hatten wir die Möglichkeit, bei der Übergabe zahlreicher Briefe und kleiner Päckchen an einige Patenkinder "live" dabei zu sein. Die verschüchternden Blicke mit den strahlenden Augen der Kinder, die IHREN Brief in den Händen halten konnten, waren überwältigend... Seit Oktober 2005 haben wir die Patenschaft über ein jetzt 11-jähriges Mädchen am Titicacasee übernommen. Aus diesem Grund heraus fiel die Urlaubsplanung für 2006 nicht besonders schwer... Südamerika war immer noch ein weißer Fleck auf unserer Reisekarte und der Reiz, unser Patenkind persönlich zu treffen war groß. Außerdem wollten wir UNSEREM Kind, welches in Kolumbien auf uns vielleicht schon wartet, nah sein... Die Aufregung vor der Reise stieg natürlich. Leider gab es schon im Juni die ersten negativen Nachrichten. Unser Patenkind Roxana besucht nicht mehr die Schule. Trotz Schulpflicht müssen die Kinder oft auf dem Feld oder bei der Hausarbeit helfen. Bei Roxana kommt noch hinzu, dass sie Waise ist und bei ihrer Tante lebt. Zu unserem größten Bedauern blieb auch im Juli ihr Platz in der Schule leer... Es ist sehr schwer, dann natürlich den Kontakt aufrecht zu erhalten. Die Mitarbeiter von "viventura" haben ihr Bestes getan, aber ein Treffen sollte leider nicht sein... Nun können wir nur noch die Daumen drücken, dass die Kleine bald wieder zur Schule geht, da sie sonst aus dem Patenprojekt "fällt"...
Nach unserer Reise im September erfuhren wir, dass Roxana wieder die Schule besucht und sich über unser Geschenk sehr gefreut hat. Da wir auf Capachica im Dörfchen Llachon die dortige Grundschule besuchen konnten, haben wir uns nach unserer Rückkehr entschlossen, noch eine Patenschaft über ein Kind aus Llachon zu übernehmen. Seit September 2006 sind wir Paten von der 8-jährigen Sonia.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peru