Susanne    

Als roter Faden durchschlängelt der Wunsch nach einer Familie mit Kind/ern meinen Lebensweg  in den letzten Jahren. Den einen oder anderen Stolperstein gab es während dieser Zeit aus dem Wege zu räumen. Oder positiv ausgedrückt, wir sind momentan auf einer Reise von Insel zu Insel. Es gibt nichts spannenderes oder aufregenderes als dieses „Inselhüpfen“. Unser Entschluss, uns um die Adoption eines kolumbianischen Kindes zu bewerben, kam aus tiefsten Herzen. Unsere Freude war unendlich groß, als wir die Nachricht erhielten, dass unsere Bewerbung angenommen wurde. Das Gefühl auf Wolke 7 zu schweben, werde ich nie vergessen... Dieser Gedanke und die Sehnsucht nach unserem Kind sind mein täglicher Wegbegleiter. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht gedanklich auf die Reise gehe. Träumen ist so schön!!! Ansonsten lese ich viel, klicke mich durch die virtuelle Welt und sauge alles förmlich auf, was mit Adoption oder Kolumbien zu tun hat. Mein Blick richtet sich optimistisch in die Zukunft und ich versuche mein Leben einfach zu genießen. Ob mein Beruf wirklich immer ein Genuss ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Aber der Alltag gehört zum Leben wie die Träume! Schon als Kind hatte ich einen Traum, ich wollte Lehrerin werden. Diesen Traum habe ich mir verwirklicht. Ich durfte schon etliche Kinder auf ihren ersten Schritten ins Schulleben begleiten und dabei viele schöne Momente gemeinsam mit ihnen genießen. Sicherlich gibt es auch Tage, an denen man zweifelt, den richtigen Beruf „erwählt“ zu haben. Aber Gott sei Dank, ist das eher die Seltenheit. Wenn man mit Kindern viel zusammen ist, merkt man, wie schnell doch die Zeit vergeht. Heute noch blickst du in zwei erwartungsvolle Augen, die förmlich danach brennen, lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Morgen verdrückt man schon gemeinsam die eine oder andere Träne am Ende des 4. Schuljahres und übermorgen hältst du die Einladung zum Abi-Ball in den Händen... Nichts des trotz möchte ich dieses Leben für 1 bis 2 Jahre gegen pures „Muttersein“ eintauschen. Aber die Zeit wird kommen und vielleicht ist die nächste Insel schon bald in Sicht!  Eine weitere große Leidenschaft ist mein Fernweh. Mit all meinen Sinnen tauche ich gern in fremde Welten ein. Es ist immer wieder spannend und beeindruckend zugleich, Menschen - egal wo auf der Welt - zu treffen. Aber auch die Vor- und Nachbereitung unserer Reisen machen unendlich viel Spaß. Da werden unzählige Bücher gelesen und diverse Internetseiten besucht - mit dem Ziel, die schönsten Wochen des Jahres zur Wirklichkeit werden zu lassen. Vorfreude und Reisefieber können so schön sein! Wenn dann noch die eine oder andere Kleinigkeit die Heimreise antritt und wir wieder knapp am Übergepäck vorbeigeschrammt sind, ist das Glück fast komplett... Auf unseren Reisen haben wir aber auch sehr viel Armut und Elend gesehen – auch davor möchten wir die Augen nicht verschließen. Unsere Hilfe ist zwar begrenzt, aber auch hier stehen wir mit ganzem Herzen dahinter. Seit 2005 unterstützen wir die Sozialprojekte von „viventura“(www.viventura.de). Wir haben die Patenschaft über 2 Mädchen am Titicacasee in Peru übernommen. Während unserer Reise im Juli 2006 in dieses wundervolle Land konnten wir uns vor Ort von der sehr guten Arbeit in den einzelnen Projekten überzeugen. Ansonsten fühle ich mich in meiner neuen Heimat Bielefeld sehr wohl. Ich habe hier trotz aller Unkenrufe - die Sturheit ist über die Landesgrenzen wohl bekannt... -  im Herzen Ostwestfalens ganz liebe Freunde gefunden. Außerdem bietet die Stadt jede Menge Abwechslung. Die Theater, nette Lokalitäten, die Kunsthalle und nicht zu vergessen, der Teutoburger Wald liegen direkt vor der Tür. Ab und zu kämpfe auch ich mit meinem inneren Schweinhund. Um unsere Träume in der Zukunft wahr werden zu lassen, sollten wir fit und gesund sein. Also ziehe ich nun des öfteren die Laufschuhe an oder drehe ein paar „Runden“ auf dem Ergometer. Für Insider, von einer Hermanns - Lauf - Fitness  bin  ich zwar noch weit entfernt, aber das ist auch nicht mein Ziel für die Zukunft... Viel mehr sollte ich lieber die Spanisch-Lehrbücher, die ich zwischenzeitlich in die hinterste Regalecke verbannt habe, hervorholen und fleißig lernen. In diesem Sinne sind die guten Vorsätze zumindest gesteckt...